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Weltenende?

Vor einem Jahr und drei Monaten habe ich dem Drängen von zwei Freunden nachgegeben und angefangen World of Warcraft zu spielen. Nicht auf offiziellen Blizzardservern, das war es mir nie wert. 13€ pro Monat...und das als Student.

Außerdem würde ich es eh nicht lange spielen...ein Spiel wie jedes andere. Ich würde nur wegen der Freunde spielen.

Dachte ich...

Jetzt, mehr als ein Jahr später hat sich alles verändert. Ich habe zwei Charaktere die kaum noch zu verbessern sind, ein dritter ist in Arbeit. Jede freie Minute hat das Spiel verschlungen und auch viele die eigentlich nicht frei waren.

Ich bin zum Mit-Leader einer der besten Gilden aufgestiegen, habe fast alles erreicht was zu erreichen ist und viele neue Freunde gefunden... ja, ich bin stolz.

Vor einigen Jahren, gab es einen Hype um das Spiel "Second Life". Ein neues, besseres Leben im Internet? Man hört nur noch wenig davon. Still und leise hat Second Life den Platz geräumt und an WoW abgetreten. In der Zeit die ich Spiele habe ich Freundschaft, Liebe, Hass, Aufopferung, Neid, Verlust und Intrigen erlebt...man könnte meinen eine Folge GZSZ ist ein Witz dagegen. WoW war kein Spiel mehr. Es wurde zum zweiten Leben...zum besseren? Vielleicht.

Schon seit Wochen gab es Streß in der Gilde. Viele der unsprünglichen Spieler sind gegangen, nur noch ich und der Leader sind von der Kern Gilde noch geblieben...wir sind da...wir sind immer da.

Gestern waren wir wieder raiden. So wie jeden Sonntag, Woche für Woche, Monat für Monat. Den Spaß daran haben die meisten schon längst verloren. Rein, schnell druch Ausrüstung verteilen und die nächste Woche wieder von vorn.

Gestern war es anders.

Die Stimmung ist gespannt. Es gab Streit. 25 Spieler können mit, 32 wollen mit...wer draußen bleiben muss ist unzufrieden. Beim letzten Boss wipen wir. Zum ersten Mal seit langem. Sti Stimmung sinkt. Wir wipen ein weiteres Mal...und dann nochmal.

Dann läuft das Fass über. Ich höre nur mit einem halben Ohr im Teamspeak zu, ich schreibe gerade mit Ja. Plötzlich schreit jemand. Stille. Dann bricht alles heraus. Vorwürfe, Anklagen alles fliegt durch einander. Emotional, absurd, ungerecht. Jemand beginnt zu weinen. Eine Stammspielerin verlässt die Gilde.

Früher habe ich mal für sie geschwärmt, noch heute sind wir gute Freunde.

Es herrscht wieder Stille, aber es brodelt. Die Zukunft der Gilde steht auf der Kippe. Ein falsches Wort und alles ist vorbei. Doch keiner sagt etwas und nach und nach gehen alle schlafen, fressen es in sich hinein.

Ich auch.

Lange Zeit noch liege ich wach, denke nach. Mich hält nicht mehr viel...zumindest will ich mir das einreden. Die Leute, die Freunde, die Zeit die ich investiert habe...soll das vergeblich gewesen sein? Ich werde abwarten. Wenn die Gilde zerbricht, dann wird diese eine Welt für mich enden. Ob für immer weiß ich nicht...

Ich habe nicht vor es jemandem zu sagen, jeder soll seine Wahl treffen, frei von meinem Einfluss.

Viel zu früh klingelt mein Wecker und ich gehe zur Uni. Es ist neblig, kaum 5 Meter weit kann man sehen was dahinter kommt ist ungewiss. Wenn dies ein Buch wäre und ich säße noch im Deutsch-LK wie früher, würde ich von der vergleichenden Bedeutung des Nebels mit der Zukunft sprechen. Ein Symbol...

Doch dies ist keine Geschichte.

Dies ist mein Leben.

.Ozymandias

7.12.09 14:00


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Ausbruch

Ich bin fast stolz auf mich. Dabei ist es eigentlich lächerlich...selbstverständlich was ich getan habe.

Freitags habe ich keine Uni. Normalerweise schlafe ich lang, gehe ohne Frühstück duschen und setzte mich hinter den PC.

Frühstücken tue ich ohnehin fast nie, ich schlafe lieber...im Schlaf muss ich nicht nachdenken.

Heute ist etwas anders. Um 8 Uhr wache ich auf. Ich liege da und kann nicht wieder einschlafen. Ich versuche zu lesen...vergeblich. Schließlich stehe ich auf und gehe duschen.

Die Dusche im Wohnheim liegt auf dem Flur, auf dem Weg dorthin komme ich an der Küche vorbei. In der Spüle stapeln sich Berge von Tellern, Tassen Töpfen und Pfannen. Unter der Woche benutze ich unsere Küche fast nie, ich gehe mit meinen Freunden in die Mensa.

Das Bild der Küche geht mir nicht aus dem Kopf während ich unter der Dusche stehe. Vielleicht nehme ich es unbewusst als Vorwand nicht nachdenken zu müssen, vielleicht ist aber auch wirklich etwas anders heute.

Nach dem duschen ziehe ich mich an, putze die Zähne, rasiere mich und mache den Abwasch. Soblad ich damit fertig bin mache ich mein Zimmer sauber. Mein eigenes Reich. Ich nutze es eigentlich nur dazu zu schlafen und die Nächte vor dem flimmernden Bildschirm zu hocken.

Der Rest des Zimmers ist ein verdrecktes Chaos. Ich verstehe nicht wieso mir das erst jetzt auffällt. Fast zwei Stunden lang räume, wische, und fege ich bis ich zufrieden bin.

Es ist jetzt 12 Uhr. Ich gehe einkaufen und koche dann. Heute gibt es kein Junkfood...heute gibt es was richtiges. Heute habe ich die Zeit. Eigentlich habe ich sie immer, aber heute nehme ich sie mir auch.

.Ozymandias

4.12.09 12:37


Dämmerung

Ich will früh aufstehen und für das Referat arbeiten, aber ich bringe es nicht über mich. Stattdessen wälze ich mich in meinem Bett herum. Keine der beiden hat sich gemeldet und ich mache mir Sorgen. Habe ich etwas falsch gemacht?

Meine Hand tut tierisch weg und fühlt sich dick an, mein Hals kratzt und ich habe Kopfschmerzen.

Irgendwann stehe ich dann doch auf und quäle mich unter die Dusche.

Dann gehe ich zur Uni.

Unterwegs schreibe ich beiden nochmal.

Mitten in der Uni dann vibriert mein Handy. Endlich. Mit gemischten Gefühlen lese ich die Sms von Ju. Es sind nur wenige Sätze, aber trotzdem muss ich Lächeln, ich bin erleichtert, froh und habe ein angenehmes Kribbeln im Bauch.

Den Tag über hole ich immer wieder Mal das Handy raus und lese ihre Nachricht. Erst gegen Abend lasse ich es sein. Ich habe Angst das ihr Zauber verfliegt wenn ich sie zu oft lese.

Ich sitze noch stundenlang an meinem Referat, morgen früh muss ich auch wieder ran.

Aber das ist mir egal, ich bin glücklich.

Sie hat mich lieb.

 

.Ozymandias

1.12.09 18:10


Wut

Bis grade eben ging es mir gut... dachte ich.

Ich war bis 14 Uhr in der Uni und habe dann mit einer Kommilitonin bis 21 Uhr an einem Referat gearbeitet das wir halten müssen. "Niklas Luhmann, Systemtheorie." Ich esse nichts, den ganzen Tag. Wozu auch, ich habe eh keinen Hunger.

Als ich Abends nach Hause komme sollte ich froh sein...aber ich bin es nicht.

Von Ju. habe ich seit Freitag nichts mehr gehört. Gestern wollte ich mit ihr chatten, sie hat nicht geantwortet und ist verschwunden.

Mit Ja. hatte ich gestern Streit. Es geht um Nichts und ich wollte mich entschuldigen. Sie ist auch nicht da. Ich rufe sie an, vergeblich. Ich schreibe ihr eine Sms.

Meine Laune hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Ich beschließe mir doch etwas zu Essen zu machen, aber der Ofen ist verdreckt und in der Spüle stapelt sich das Gweschirr.

Normalerweise bin ich ein ausgeglichener Mensch, ich neige eher zur Traurigkeit als zu Wut, aber das ist zuviel für mich.

Ich schaffe es noch in mein Zimmer, dann verliere ich die Beherrschung. Ich hämmere mit der Hand gegen die Wand bis ich kein Gefühl mehr habe, dann falle ich aufs Bett.

Meine Hand pulsiert und tut weh. Morgen würd sie vermutlich grün und blau sein. Es ist mir egal...

Mir ist alles egal...

.Ozymandias

30.11.09 23:24


Heldentum

Ich glaube in jedem Menschen steckt irgendwo drin der Wunsch ein Held zu sein...etwas besonderes zu machen und damit für immer in Erinnerung der Menschen zu bleiben.

Diese Sehnsucht können die wenigsten von uns wirklich erfüllen. Klar es gibt die "Helden des Alltags" Ärzte, Feuerwehrmänner, oder vielleicht auch nur der treue Freund der seiner liebsten nach einem harten Tag den Rücken massiert.

Aber die Gelegenheit unsterblich zu werden haben die wenigsten von uns.

Vielleicht ist das ein Grund warum ich Filme so liebe und sammele. Man träumt sich an die Stelle des Helden, der Bösewichter zur Strecke bringt, und schließlich von seiner Liebsten eine Belohnung empfängt

Oder die Spiele. Im normalen Alltag steht man auf, geht zur Arbeit und kommt wieder heim. Man nimmt sich Zeit für seine Hobbys, Familie, Freunde... aber sonst?

Im Spiel kann ich ein Held sein, ein furchtloser Ritter der sich den schrecklichsten Monstern in den Weg stellt, ein gütiger Heiler der den Menschen hilft, der charmante Schurke der außer Schätzen auch der ein oder anderen Schönheit das Herz geraubt hat.

Alles Möglichkeiten die man in normalen Leben nicht hat. Aber im Spiel. Deshalb spiele ich... deshalb träume ich. Es ist ein Teil von mir, einer den ich mir bewahren will...

Ein Teil meiner Kindheit.

.Ozymandias

30.11.09 20:49


Der Sinn des Lebens...

Am Samstag war ich auf einer Wohnungseinweihung. Es war ein ganz netter Abend, selbst wenn ich kaum welche der Leute die dort waren kannte.

Ich habe einen Großteil des Abends damit verbracht mit Ben zu reden. Ben studiert mit mir zusammen und ist einer der Leute mit denen ich mich auf Anhieb über andere Sachen als nur das Fußballspiel am Samstag oder die letzte Vorlesung unterhalten konnte.

Kurz, Ben ist einer meiner besten Freunde hier.

Am Samstag war seine Stimmung allerdings anders als sonst und nach mehreren Bier erzählte er mir schließlich das er nicht mehr sagen konnte wozu er studierte. Interesse...ja, Spaß...ein wenig, aber hauptsächlich weil es von ihm erwartet wurde. Von uns allen erwartet wird.

Ein Gedanke den ich bis heute nicht aufgeben konnte sondern weiter gedacht habe.

Wozu machen wir das alles? Wozu "leben" wir, wenn man das was wir tun noch "leben" nennen darf?

Wir werden geboren und auf die Schule vorbereitet, die Schule bereitet uns auf Arbeit oder Studium vor. Und dann? Was kommt danach? Wenn wir Glück haben, so finden wir einen Job, wenn wir Pech haben, so bleibt uns nur der soziale Abstieg und die Hoffnung das Hartz IV in absehbarer Zeit nicht noch weiter reduziert wird.

Aber wenn wir dann Arbeit finden, beginnt dann das Leben? Wir gehen Tag für Tag zur Arbeit und schaffen dort um unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Einen Unterhalt den wir benötigen den wir für die nächste Arbeit stark genug sind...und uns ein wenig Luxus zu gönnen...wenn wir genug verdienen. Und nach der Arbeit kommt die Rente, noch einmal Freizeit haben. Selbst wenn man zu alt ist um die Hobbys die man hatte bevor man arbeiten musste weiter zu genießen.

Und dann der Tod... ein paar Generationen werden sich an dich erinnern, bis du schließlich in Vergessenheit geraten bist.

Ich glaube das ist es was viele Leute fürchten ohne sich dessen bewusst zu sein. Einfach vergessen zu werden, nichts zu hinterlassen das an einen erinnert, außer vielleicht einen verwitterten Stein auf einem Friedhof.

Wenn mir vor drei Jahren gesagt hätte das ich so etwas denken oder schreiben würde, dann hätte ich denjeneigen für verrückt erklärt.

Damals als ich noch viel Zeit hatte Unsinn zu bauen und auch unbeschwerter war als heute. Ich habe mich verändert, bin reifer geworden, erwachsener. Was nichts daran ändert das ich mich gerne an damals und meine Taten zurückerinnere. Vielleicht liegt dort auch etwas wodurch ich die Erinnerung an mich lebendig halten kann.

Ich habe gerne geschrieben. Geschichtchen, Gedichte, Texte... Im Deutsch LK bekamen wir einmal die Aufgabe das Gedicht "Die kleine Fliege" neu zu verfassen. Es hat mir viel Spaß gemacht und auch vielen meinen Freunden die Zeit versüßt.

Natürlich will ich es auch hier nicht vorenthalten:

 

Die kleine Fliege

Als ich schritt durch Wald und Flur
Stetig folgend des Wildes Spur
Sirrt es um mich wie im Kriege
Grund dafür war eine Fliege
Ich schlug nach ihr und scheucht´ sie fort
Sie ließ sich nicht vertreiben
Dies´ Walde war der Fliege Hort
Hier wollt´ sie wohl gern bleiben
Das fliegend Tier macht gar viel Krach
Ich hör kaum mehr den nahen Bach
Warum nur, bei des Herrgotts Pracht
Hat Er sich solches bloß erdacht?
Sie summt, sie brummt, sie schwirrt umher
Sie kitzelt meine Haut
Bei jedem Schritt stört sie mich mehr
Zudem ist sie recht laut
Oh, welch üble Dreistigkeit
Jetzt geht das kleine Biest zu weit
Es setzt sich glatt auf meine Hand
Nun hat´s den Bogen überspannt
Ich hob zur Mordestat den Arm
Doch schreckte ich zurück
Zu lieblich war der Fliege Blick
Zu lieblich herzerweichend warm
Sechs Beinchen war´n zum Krabbeln da
So kraftvoll wie der Stamm der Erlen
Die Augen glichen schimmernd Perlen
Der Flügel Glanz gar wunderbar
Die winzig Ärmchen rieb sie sich
Ein Fliegenbad gar königlich
Ich fühlt´ mich zu ihr hingezogen
Wie gern wär ich mit ihr geflogen
So dacht´ ich, während ich sie sah
Trotz Übeln und trotz Schlechtem
Ist alles doch im Rechten
Denn Gottes Welt ist wunderbar

 

Aber... selbst wenn das jetzt etwas negativ klingt, so muss ich gestehen. Ich mag mein Leben. Ich lebe es gern und will es nicht eintauschen. Vielleicht sind es die anderen Menschen die es lebenswert machen, die Menschen mit denen wir es teilen dürfen.

.Ozymandias

23.11.09 23:55


Die Sonne scheint auch weiterhin...

Gestern Abend war wieder im Kino...

Erst lief Krabbat, dann die Brüder Löwenherz. Krabbat hatte ich noch nie gesehen oder gelesen, bei Löwenherz kannte ich immerhin das Buch. Als Kind habe ich es oft gelesen...Ein Leben nach dem Tod, Geschichten am Lagerfeuer, Abenteuer, die Chance ein Held zu sein...und nach dem nächsten Tod weiter zu leben. Ein schöner Traum.

Ich trinke. Das tue ich eigentlich nie. An dem Abend aber doch. Nach Krabbat merke ich den Alkohol, trotzdem höre ich nicht auf. Ich gehe Nachts allein durch die dunkle Stadt und den Park zurück ins Wohnheim, die anderen nehmen den Bus, ich will lieber laufen.

Auf dem Flur mache ich kein Licht. Ich schließe die Augen und taste mich zu meinem Zimmer. Schnell putze ich die Zähne dann lege ich mich ins Bett. Es ist 2 Uhr nachts.

 Ich träume. Meistens kann ich mich nicht an meine Träume erinnern, aber diesmal tue ich es. Es ist kein schöner Traum. Ich sitze in meinem Zimmer. Es ist dunkel und der Monitor wirft ein bleiches Licht auf mein Gesicht. Dann fange ich an zu husten. Ich kann nicht aufhören, halte die Hand vor den Mund. Mein Rachen beginnt zu brennen und ich huste Blut. Dann fange ich an zu weinen.

Ich wache auf. Und weine weiter. Ich habe lange nicht mehr wirklich geweint und wenn mcih jemand gefragt hätte könnte ich auch nicht wirklich sagen wieso ich plötzlich weine. Trotzdem tut es gut, ich vergrabe meinen Kopf im Kissen und lasse mich gehen.

Irgendwann höre ich auf. Der Wecker zeigt 4 Uhr und ich kann nicht mehr schlafen. Stattdessen mache ich Hausaufgaben und lese dann.

Morgens in der Uni schlafe ich mehrmals fast ein. Beim zweiten Mal landet mein Kopf auf dem Tisch. Ich schmecke Blut in meinem Mund. Müde stehe ich auf und gehe ins Bad. Ich spüre die Blicke meiner Sitznachbarn. Vielleicht machen sie sich Sorgen, vielleicht auch nicht. Aus dem Spiegel starrt mich ein blasses Gesicht mit tiefen Augenringen an. Ich spüle meinen Mund aus und wasche mir das Gesicht mit eiskaltem Wasser. Danach gehe ich zurück in die Vorlesung.

Als ich aus dem Hörsaal nach draußen trete scheint die Sonne.

Ich lächele. Es ist ein schöner Tag...trotz allem.

.Ozymandias 

19.11.09 23:05


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